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  Margarete Bröckl

Am 28. Juni 2011 verstarb Margarete Bröckl in Schönstatt. Geboren wurde sie am 15. Januar 1928 in Karlsbad/Sudetenland als erstes von vier Kindern.  Ihre Mutter war Schneiderin und ihr Vater zunächst Elektriker und Bühnenbeleuchter an der Oper. Zu Hause trällerte er die Opernarien und Margarete tat es ihm bald nach. Sie sang auch im Schulchor, auch Solos bei Aufführungen. So konnte sie später sagen, dass sie schon auf allen Bühnen Karlsbads stand. Sie liebte bis zum Schluss die Musik, betätigte sich in Weißenburg bis zu ihrem Unfall als Kantorin in den Gottesdiensten und vor allem war sie von Anfang an eifriges Mitglied in unserem Hofchor. Das Kriegsende und die Vertreibung hinterließen in Margarete Bröckl ihre Spuren. Fast 18jährig überquerte sie unter dem Schutz von „Tante Pate“, Mutters Schwester, und einer Cousine die grüne Grenze und kam so nach Bayern. Die Mutter kam erst 1946 bei der Ausweisung mit der kleinen Schwester Brigitte nach. Für Margarete Bröckl begann das Leben in Bayern mit Abiturientenlehrgang und Besuch der Lehrerbildungsanstalt in Eichstätt. Ab 1952 war sie Lehrerin in Pleinfeld. Ab September 1953 hatte Pleinfeld einen neuen Kaplan, den Neupriester Otto Maurer. Bald schon arbeiteten sie in der Jugendarbeit zusammen. 1956 wurde Margarete Bröckl Wölflingsführerin (Akela) bei den St. Georgspfadfindern. Kaplan Maurer war Landeskurat der Pfadfinder und so machte er Margarete Bröckl 1957 zur Landesakela für die Diözese Eichstätt. Diese Zusammenarbeit brachten die ersten Kontakte mit Schönstatt. Mit großer Offenheit nahm sie die Schönstattwelt in sich auf. 1957 trat sie in das Säkularinstitut der Frauen von Schönstatt ein. 1965-1968 erlebte sie bei persönlichen Begegnungen unseren Vater und Gründer. Sie durfte auch bei der Beisetzung und der geistigen Heimholung unseres Vaters in den Rohbau des Paralleleheiligtums dabei sein. Das werdende Paralleleheiligtum wurde ihr ein Herzensanliegen. Mit Agnes Regensburger wetteiferte sie im praktischen und geistigen Einsatz. Um näher am Ort zu sein, ließ sie sich von Mittelfranken für den Schuldienst nach Oberbayern versetzen. Sie nahm Wohnung hier und war Grundschullehrerinin Pförring und Mindelstetten. 


Wir alle kennen sie als jahrelange Helferin im Wallfahrerheim, in Küche und Speisesaal, bei der Obsternte und Verwertung. Ihre große Zeit war die Erdbeerernte. Vielen ihrer Freunde und Bekannten hat sie damit eine Freude gemacht, ebenso mit Äpfeln, Kirschen und vielen Blumensträußen. Sie war eine große Beterin. Immer wieder sah man sie im Heiligtum, bei der nächtlichen Anbetung und bei den Wallfahrten. Die Krone (Nachbildung der bayerischen Königskrone) über dem Bild im Vortragssaal des Wallfahrerheimes hat sie fertigen und mit Perlen aus dem Familienbesitz schmücken lassen. Über ihren Bruder Johannes konnte sie zwei Bilder, auf denen Pater Rem die Dreimalwunderbare verehrt, und ein Bild der Dreimal Wunderbaren Mutter von Ingolstadt erstehen. Das Bild der Dreimal Wunderbaren Mutter hat sie an die Münsterpfarrei verschenkt. Eines der anderen Bilder ist in der Scheunenkirche und das andere im Seminar in Eichstätt. Durch einen Unfall am Bahnhof in Lindau war sie gezwungen, alle ihre Aktivitäten aufzugeben. Sie konnte nicht mehr allein in der Wohnung sein. So ist sie Ende Dezember 2010 umgezogen in das Altenwohnheim der Frauen von Schönstatt am Reginaberg in Schönstatt. Dort ist sie überraschend am 28. Juni 2011 verstorben. Am 04. Juli wurde sie auf dem dortigen Friedhof beerdigt. Beim Trauergottesdienst waren von hier Pfr. Maurer, Pfr. Schmid, P. Amberger, Fr. Mieger, Martina Kraus und drei Marienschwestern, die gerade zu Exerzitien in Schönstatt waren. Es war ein festlicher Gottesdienst, bei dem der geistliche Direktor der Frauen von Schönstatt der Feier vorstand. Ihre drei Geschwister mit Partnern, Verwandte aus Hessen und sogar aus Prag waren gekommen. Sie bleibt in unserem Gedächtnis und in unseren Gebeten. Tatsächlich kann man sagen: Margarete Bröckl und der Canisiushof waren ein „Herz und eine Seele“.
Marga Mieger